Das Feature

Flucht aus Peenemünde

Galina Kirsunova |
8. Februar 1945. Der Leiter einer Erprobungsgruppe landet gerade mit einer Dornier 217 im geheimen Raketenzentrum Peenemünde. "Plötzlich sah ich eine Heinkel 111 starten. Sie kam nicht hoch und knallte immer wieder auf den Boden. Der Start wurde abgebrochen. Die Maschine wendete, rollte zurück und beschleunigte mit Vollgas erneut Richtung Peene. Wieder klatschte sie auf. Aber letztendlich war sie in der Luft. Wir schauten uns an: ‘Komischer Vorgang!’ Auf die Frage, wer denn da so abenteuerlich gestartet sei, gibt die Flugleitung zur Antwort: 'Unbekannt.'"

Dort, wo die Heinkel 111 "Gustav-Anton" gestanden hat, liegen ein paar Abdeckplanen und ein erschlagener Wachmann. Von den 10 sowjetischen Kriegsgefangenen ist weit und breit nichts zu sehen. Den Mitarbeitern des scharf bewachten deutschen Geheimwaffenzentrums ist klar: am helllichten Tag ist eine Maschine entführt worden. Am Steuerknüppel des gekaperten Bombers saß der damals 27-jährige sowjetische KZ-Häftling R 104533. Der ehemalige Fliegerleutnant der Sowjet-Armee Michail Dewjataew und Augenzeugen der spektakulären Flucht erinnern sich heute an den dramatischen Tag.

Manuskript als rtf-Datei

pf-020205.rtf