Bürger Ubu

Die Monstrosität des Vaters Ubu wird durch eine brachiale Sprache dargestellt. © AP
Von Alfred Jarry · 03.10.2011
Bereits als 15-jähriger schreibt Alfred Jarry eine Groteske, in der zum ersten Mal der Umriss des primitiven, feigen, gefräßigen und machtbesessenen Vaters Ubu erscheint. Spielerisch wird dessen Monstrosität im Hörspiel durch eine brachiale Sprache und akustische Verfremdung der Stimmen vermittelt.
Mutter Ubu wird von ihrem Liebhaber Menon verführt, den sie aus ihrer eigenen Stimme erzeugt hat. Durch die Verschmelzung von Stimmen und Geräuschen bekommen Jarrys "pataphysische Erfindungen", wie die Gehirnzermantschmaschine, eine bedrohliche Realität.


Aus dem Französischen von: Marlis und Paul Pörtner
Regie: Hans Peter Haller, Paul Pörtner
Komposition: Georg Gruntz
Mit: Pit Krüger, Maja Stolle, Norbert Schwientek u.a.
Produktion: NDR 1977
Länge: 61"12

Alfred Jarry (1873 - 1907), französischer Schriftsteller, Vorläufer des Dadaismus, Surrealismus und des absurden Theaters.

Anschließend:
Kunststücke: "Over the River" (Christo & Jeanne Claude) von Martin Tschechne (DKultur 2011). Länge: 22"23