Verwahrpsychiatrie in der DDR

    Die Kinder von Station 19

    Altscherbitz Station 19 - Zu DDR-Zeiten Ort einer Verwahrpsychiatrie für behinderte Kinder. Heute ist im Gebäude eine Tagesklinik für Suchtpatienten.
    Altscherbitz Station 19 - Zu DDR-Zeiten Ort einer Verwahrpsychiatrie für behinderte Kinder. Heute ist im Gebäude eine Tagesklinik für Suchtpatienten. © Deutschlandradio / Marie von Kuck
    Von Marie von Kuck |
    In der DDR fristeten Tausende geistig Behinderte auf Verwahrstationen ein menschenunwürdiges Dasein. Die Autorin lernt 1990 als Hilfskraft eine Kinderstation in Altscherbitz kennen. Jahre später sucht sie nach den Kindern und stößt auf Schweigen.
    Die Leipziger Psychiatrie war seit den frühen 70er-Jahren berühmt für ihre sozialtherapeutischen Arbeitsweisen und genoss auch international Anerkennung. Doch die meisten psychiatrischen Patienten lebten auf sogenannten Verwahrstationen. Die Bedingungen waren von Mangel geprägt und desaströs. Anfang der 90er-Jahre wurden diese Stationen geschlossen. Aus Altscherbitz wurden fast 600 Patienten entlassen. Die meisten von ihnen hatten fast ihr ganzes Leben hier verbracht. Wer waren diese Menschen? Und was ist aus ihnen geworden?
    Das Feature belegte beim Prix Europa 2020 in der Kategorie "Best European Radio Investigation" den zweiten Platz und wurde mit einer Special Commendation ausgezeichnet.

    Die Kinder von Station 19
    Auf der Suche nach den Opfern einer Verwahrpsychiatrie
    Von Marie von Kuck
    Regie: Beatrix Ackers
    Es sprachen: Julia Lenska, Gregor Höppner, Sascha Tschorn und die Autorin
    Ton und Technik: Ernst Hartmann und Hanna Steger
    Redaktion: Wolfgang Schiller
    Produktion: Deutschlandfunk/MDR/WDR 2020

    Marie von Kuck wurde 1971 in Leipzig geboren und war in der DDR-Oppositionsbewegung aktiv. Sie ist ausgebildete Puppenspielerin und Theatertherapeutin. Seit dem Jahr 2000 arbeitet sie auch als Autorin. Für den Rundfunk schreibt sie Hörspiele, Features und Reportagen. Sie lebt in Berlin.