Transitraum - Übergang

Marianne Weil
Marianne Weil © Deutschlandradio / Anke Beims
Radiomontage von Marianne Weil · 09.11.2014
Nach dem 3. Oktober 1990 ist Deutschland ein einziger Transitraum. Im Westen ändert sich scheinbar nichts. Im Osten bricht scheinbar alles zusammen. Das Radio berichtet kontinuierlich:
Erich Honecker flieht nach Moskau, Schalck-Golodkowski lebt am Tegernsee, Detlev Rohwedder wird ermordet. Finanzdebatte im Bundestag, Giftstoffe in der Elbe, Stasiakten, Gewalt gegen Ausländer in Hoyerswerda. Und während die Ölquellen in Kuweit brennen, rufen die Menschen plötzlich nicht mehr "Helmut, Helmut" sondern "Lügner, Lügner".
"Transitraum" ist eine Recherche in unserem Gedächtnis, eine Montage aus Archiv-Material mit Wetter, Musik und Nachrichten.
Regie: die Autorin
Ton: Jean Szymczak
Produktion: Deutschlandradio Kultur /RB /SR 2012
Länge: 73'32
Marianne Weil, 1947 in Darmstadt geboren, lebt in Berlin. Sezierte, inszenierte und montierte in zahlreichen Stücken die Rhetorik des Kalten Krieges. Zuerst in: "Dem ...eutschen ...olke" (SR/SFB 1995, ausgezeichnet mit dem Publikumspreis "Lautsprecher" der Akademie der Künste Berlin). Letzte Produktion: "Grandhotel für Alle!" (Deutschlandradio Kultur 2014).
Anschließend: Interview mit der Autorin von Sabine Wollowski (14'59)