Atlas eines Dorfes

    Ponto dos Mentirosos

    60:22 Minuten
    Pontos dos Mentirosos - Ausblick aufs Meer
    © Deutschlandfunk/Nicola Rubinstein
    Von Merzouga & Nina Hellenkemper · 05.06.2021
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    Brasilien "entdeckt". Noch immer steht der Lügenbaum, der Ponto dos Mentirosos, am Ufer des Dschungelflusses. Hier erzählen die Menschen sich Geschichten.
    Vor 500 Jahren ist Pedro Álvarez Cabral an diesem Strand gelandet und hat Brasilien "entdeckt". Noch immer steht der Lügenbaum, der Ponto dos Mentirosos, am Ufer des Dschungelflusses. Hier erzählen die Menschen sich Geschichten.
    Geschichten wie die von der Meerjungfrau, die nachts aus dem Atlantik stieg. Oder von der Fischerin, deren Haus schon zweimal vom Meer davongetragen wurde. Die Hütte des Medizinmannes stand früher mitten im Urwald, der Mata Atlantica. Der Wald ist verschwunden, der Garten mit den Heilkräutern vertrocknet. Wenn die Sehnsucht nach den Vögeln zu groß wird, nach dem Wald, dann singt Jakama, seine Frau, die Lieder von früher.
    Das Wissen um die Pflanzen interessiert die Jungen nicht mehr. Aber wenn der Vollmond aus dem Meer auftaucht, tanzen 300 Pataxó ums Feuer.
    "Atlas eines Dorfes" verbindet Geschichten, Gesänge und Geräusche aus dem ältesten Dorf des neuen Brasilien mit einer opulenten Klangkomposition und evoziert einen tropischen Ort von dunkler Schönheit.

    Ponto dos Mentirosos
    Atlas eines Dorfes
    Komposition: Merzouga
    Regie: die Autoren
    Mit Felix von Manteuffel, Carlos Lobo, Susanne Barth, Michael Witte und Claudia Mischke
    Dramaturgie: Sabine Küchler

    Produktion: Dlf 2019
    Länge: 60'14